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Fakten, Tipps & Ideen Wissen & BildungLudwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven
1770-1827
Überblick

1770 Geboren am 16. Dez. in Bonn 

1778
26. März: erster öffentlicher Auftritt in Bonn 

1781
Christian Gottlieb Neefe wird Hoforganist 

1782
Springt für Neefe als Hofor­ganist ein; bringt seines erstes Werk, die Dressler-Variatio­nen, heraus 

1783
Nimmt Geigenunterricht 

1784
Wird Assis­tent des Hoforga­nis­ten in Bonn 

1785
Schreibt die Klaviertrios op. 1 

1786
Beginnt Kla­­vierunterricht zu geben 

1787
April: Spielt vor Mozart in Wien; 17. Juli: Tod der Mutter 

1790
Schreibt eine Kantate zur Thronbesteigung Leopolds II.

1792
Geht nach Wien und wird ein Schüler Haydns; Tod des Vaters 

1793
Studien bei Salieri in Wien 

1800
Dirigiert sei­ne Symphonie Nr. 1; skizziert das Kla­vier­konzert Nr. 3; sucht Hilfe wegen Hör­prob­lemen 

1801
Verliebt sich in die Gräfin Giuliet­ta Guicciardi 

1802
Verfasst das Heiligenstädter Testament 

1809
Erhält eine jährliche Garantie­rente, die ihm drei Gönner finanzieren; beginnt das Klavier­konzert Nr. 5 

1818
Beinahe völ­lig ertaubt; arbeitet an der Missa solemnis 

1822
Trifft Rossini 

1824
Vollendet die Symphonie Nr. 9 

1827
Stirbt am 26. März in Wien


Beethovens Inspiration speiste sich aus seiner gro­ßen Sehn­sucht nach Frei­heit. Er schuf heroische Sym­pho­nien und Kon­zert­e sowie Kam­mer­mu­sik­werke, die stets Ausdruck seiner Seele waren.

Das Schicksal traf Beethoven schwer, als er zunehmend sein Gehör verlor. Er überstand diese Prüfung und die bittere Erfahrung bereicherte seine tiefsinnigen späteren Meisterwerke.

Wenn Mozart manchmal nicht als Mensch, sondern als ein Engel beschrieben wird, der die Irdischen mit sei­ner himmlischen Musik beglückte, so stammte Beethoven nur zu sehr von die­ser Welt. Und dennoch fand er durch seine Musik einen Weg, der ihn fast bis zu den Sternen führte.

Eine Einkommensquelle
Beethovens Großvater und Vater waren Hofmusiker gewesen und so lag es nahe, auch den jungen Ludwig diese Laufbahn einschlagen zu lassen. Trotz früher Bega­bung eignete er sich nicht für die Karrie­re als Wunder­kind und oft ge­nug wurde er von seinem – meist betrun­kenen – Vater mit Schlägen gezwungen, Klavier zu üben. Dieser drängte da­rauf, dass sein Sohn zum Le­bens­unter­halt der Familie betragen sollte. Den wichtigsten musika­li­schen Einfluss in Ludwigs frü­hen Jahren bildete der Hofor­ga­nist Christian Gott­lieb Neefe, der ihm die Liebe zur tiefsinnigen Musik ein­gab. Und Beethoven entdeckte, dass Musik nicht nur eine Mög­lichkeit war, Geld zu ver­die­nen, sondern ein Ausdruck für den Sinn des Lebens.

Familienprobleme
Als Beethoven Wien besuchte, spielte er sehr wahrscheinlich auch Mozart vor. Dieser no­tierte sich jedenfalls über Beethoven: »Er wird eines Tages der Welt zu denken geben.« Doch so weit war es noch nicht. Beethoven musste zunächst einmal nach Bonn zurückkehren, weil seine geliebte Mut­ter im Ster­ben lag. Da der alkohol­kranke Vater nicht mehr für die Familie sorgen konnte, übernahm nun Lud­wig die Ver­antwortung für seine jüngeren Geschwis­ter. Seine Komposi­tio­nen wurden nun immer an­spruchs­­vol­ler und er schuf einige grö­ße­re Wer­ke, die rei­che Gön­ner in Auf­trag ge­ge­ben hatten. Ob­wohl er im Um­gang mit solchen Förde­rern oft äußerst schwierig war, verband ihn mit einem davon, dem Grafen Waldstein, eine lebenslange Freundschaft.

Kampf mit dem Schicksal
Beethovens Ruf nahm stetig zu, als ihn ein Schicksalsschlag beinahe niederstreckte. Der große Komponist, dessen Leben ganz der Welt der Töne verschrieben war, begann im Alter von 28 Jahren zu ertauben. Alle Versuche der Ärzte, sein Gehör zu retten, schlug fehl. Beethoven floh aus Wien, um im nahe gelegenen Heiligenstadt Tage der Ruhe zu verbringen. Dort schrieb er das so genannte Heiligenstädter Testament, in dem er von Verzweiflung und Selbstmordgedanken spricht. Er wurde zunehmend schwierig im Umgang und unvorhersehbar in seinen Reaktionen, womit er viele potenzielle Gönner abschreckte. Beethoven, der ohnehin nie eine längere Beziehung zu einer Frau hatte aufbauen können, fühlte sich nun völlig isoliert. Doch er überwand seine Depression und lebte noch 25 Jahre. Obwohl er seine Musik selbst kaum noch hören konnte, so erlebte er sie dennoch in seinem Kopf und der leidenschaftliche Kampf um die Musik gab seinem enttäuschten Leben einen neuen Sinn. Es gelang ihm, seinen letzten Werken wie den späten Streichquartetten eine unerreichte persönliche Tiefe und Ausdruckskraft zu geben.

   




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